Nebenkosten – die zweite Miete

Strohmzähler in einem Mehrfamilienhaus

Wenn man eine eigene Immobilie besitzt, hat man zumindest einen Vorteil gegenüber einem Mieter. Man kann nämlich sehr genau die Nebenkosten des Wohnens bestimmen. Dazu gehören neben den offensichtlichsten Sachen wie Strom, Wasser und Heizung auch viele weitere Faktoren. Das sind zum Beispiel Steuern, Abgaben, Reinigung, Versicherungen, usw. Da man diese einzeln bezahlt oder über eine Eigentümer-Gemeinschaft zumindest genau aufgeklärt wird, entstehen hier selten böse Überraschungen.

Anders sieht es bei einem Mieter aus. Zwar zahlt man jeden Monat einen Abschlag, aber ob dieser am Ende auch ausreicht, ist oft fraglich. Und über das Jahr hat man auch kaum Kontrollmöglichkeiten. Ein paar Dinge kann man dann aber doch beeinflussen, so dass die Nachzahlung nachher zumindest halbwegs einkalkuliert ist.

Verbrauchskosten im Blick behalten

Eine Sache, die im allgemeinen sowohl Mieter als auch Eigentümer gut nachvollziehen können, sind die angesprochenen Kosten für Strom, Wasser und Heizung. Hier kann man über das Jahr schon einmal regelmäßig ablesen, was verbraucht wurde. So kann man am Monatsersten die aktuellen Zählerstände in eine Tabelle eintragen und über das Jahr verfolgen. Außerdem hat es den Vorteil, dass man die Auswirkungen von Änderungen in seinem Verhalten sehen kann. Ein neuer verbrauchsarmer Kühlschrank sollte schon mal zu sehen sein.

Während man bei Wasser keine Wahl hat und zumindest als Mieter auch bei den Heizkosten nicht, kann man sich den Stromanbieter oft aussuchen. Und davon sollte man auch Gebrauch machen. Eine Vielzahl von Anbietern gibt es mittlerweile, die sich im Produkt eigentlich gar nicht unterscheiden. Lediglich die Quelle des Stroms (Grün oder nicht) ist ein Unterscheidungsmerkmal. Alles andere wird über den Preis geregelt. Nur ein Drittel aller Deutschen bezieht den Strom nicht vom Grundversorger. Und das kann schnell mal 20% bis 30% sparen, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt. Zudem kann man mittlerweile sehr einfach wechseln, so dass man sich nicht lange binden muss.

Nebenkostenabrechnung genau prüfen

Bei den anderen Faktoren, die die Nebenkosten ausmachen, ist der Mieter allerdings auf den Vermieter angewiesen. Dieser muss allerdings genau aufschlüsseln, wofür das Geld ausgegeben wurde. Gerade, wenn eine Nachzahlung ansteht, sollte man diese Unterlagen anfordern und die Nebenkostenabrechnung genau prüfen. Im Zweifelsfall kann auch anschließend eine Beratung in einem Mieterverein hilfreich sein. Denn nicht alles kann der Vermieter auch weiterberechnen. Dazu gehören vor allem Verwaltungs- und Instandhaltungskosten.

Bei einer Wohnung werden Kosten oft nach der Größe dieser auf alle Mieter heruntergebrochen. Voraussetzung ist dabei aber, dass die Quadratmeterzahl stimmt. Vorsichthalber sollte man auf jeden Fall einmal selbst nachgemessen haben – sicher ist sicher.

Ist alles korrekt, sollte man auf jeden Fall mit dem Vermieter sprechen, dass er die Vorauszahlungen für die Nebenkosten erhöht. Die Chance, dass es das nächste Mal weniger wird, ist ja eher gering. Und lieber etwas mehr jeden Monat zahlen und zurücklegen, als am Ende die dicke Rechnung.

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